Berichte über das "Jahrhundertfeuerwerk"

Plakat 2006Münchner Sommernachtstraum 2006

Auch 2006 beglückte München der Pyrotechniker Reiner Ellenberger mit einem großartigen Feuerwerk. Diesmal wurde ein fester Steeg mittels mehreren Pontons über den See gebaut, auf welchem die einzelnen Abschusspositionen montiert wurden (siehe Luftaufnahmen unten). Obwohl die größeren Kaliber zusätzlich vom Olympiaberg geschossen wurden, war der beste Platz wohl wieder am Berghang, da man von hier den gesammten See überblicken konnte. Zum Filmen oder Fotografieren ist der Olympiapark bei dem langgestreckten Aufbau leider ein Alptraum. Ohne ein extremes Weitwinkelobjektiv hat man verloren, bzw. man bekommt nur einen Bruchteil vor die Linse. Eine Alternative ist dann natürlich ein kostenloser Balkonplatz im Olympiadorf nebenan, allerdings entgeht einem dann die Musik und die kleineren Effekte am See, so dass sich das geringe Eintrittsgeld immer lohnte.

Steeg über den Olympiasee {short description of image}
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Abb. 1: Aufbau der Abschuss-Plattform 2006

Nun zur kurzen Zusammenfassung: Verwöhnt vom letzten Jahr waren die Erwartungen an das angepriesene "Jahrhundertfeuerwerk" sehr hoch. Wie sich später herausstellte, zu hoch. Es erschien so, dass man am Feuerwerk gespart hatte, da es niedriger und kleiner wie im Jahr zuvor ausviel. Auch wurde auf die einzelnen, kleinen Plattformen in Ufernähe verzichtet, viel Zeit des Feuerwerks nahmen zudem auch Lasershows und Bengalbilder ein. Die Ursache dürfte jedoch keine Kosteneinsparung gewesen sein, wie viele annahmen, sondern lediglich die Einhaltung der gesetzlichen Schutzabstände. So waren 2005 die Abschussplattformen im See teilweise nur 10-20 m vom Publikum entfernt, was zwar die meisten Zuschauer erfreute, das Gewerbeaufsichtsamt dann wohl weniger. Auch hat man dieses Jahr keine Vulkane oder andere Bodenfeuerwerkseffekte am gegenüberliegenden Ufer aufgebaut, obwohl hier der Sicherheitsabstand mehr als ausreichend war. Alles in allem war es dennoch ein grandioses Feuerwerk, auch wenn es mit den großen, kommerziellen Feuerwerk-Events in exHannover oder den ex"Flammenden Sternen" wirklich nicht mithalten konnte.

Ach ja: Das Vorprogramm lief diesmal unter dem Motto "Afrika" mit insgesammt vier Showbühnen und original afrikanischen Imbiss-Ständen mit Original African Chickenburger, Original African Pizza Bude und natürlich den African Biergarten. Hoffen wir, dass es 2007 wieder besser wird.

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Feuerwerk-DVD: Jetzt bestellen!Ein Fest für die Augen und die Ohren präsentiert diese DVD, mit der sich alle Liebhaber von spektakulären Feuerwerken auf das bevorstehende Silvester einstimmen können. Für die passende musikalische Untermalung dieser atemberaubenden Bilder sorgen drei verschiedene Audiospuren. Zur Auswahl stehen klassische Stücke unter anderem von Bizet, Tschaikowsky, Rossini, Wagner und Operettenkönig Offenbach, ein Neujahrskonzert mit den bekannten Werken von Johann Strauss, unter anderem dem Walzer "An der schönen blauen Donau" und der "Tritsch-Tratsch Polka" sowie Meisterwerken aus dem Barock, darunter die berühmte "Feuerwerksmusik" von Händel, "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi sowie einen Auszug aus dem "Brandenburgischen Konzert Nr. 2" von Bach.

Münchner Sommernachtstraum 2005

"Liebevoll auch Feuerwerkspapst genannt, gehört Ingenieur Rainer Ellenberger zur Elite der Pyrotechniker-Zunft" ..."aus patentierten Abschusseinheiten nur noch per Computer gesteuert. Damit ergeben sich neue Maßstäbe außergewöhnlicher Effektkombinationen und die Möglichkeit einer perfekten Synchronisation mit anderen Medien" ... "Mit dem Münchner Sommernachtstraum wird Rainer Ellenberger alles bisher Dagewesene übertreffen. Extravagante Lösungen mit vielen Sondereffekten passend zum Sound von einer musikalischen Mischung aus Pop, Rock, Klassik und Film-Musik werden zu einem Gesamtkunstwerk auf dem Wasser, zu Lande und in der Luft verschmelzen."

So wurde das Feuerwerk in der Presse vollmundig beworben. Natürlich ein Grund, sich das Ganze selbst aus der Nähe anzusehen.

Feuerwerk Aufbau
Abb. 2: Aufbau der hinteren Abschussstelle bei der Olympia-Alm mit fertig vorkonfektionierten Abschussgestellen

Zunächst zum "Papst": In Deutschland gibt es viele Feuerwerker, wirklich gute sind aber selten. Ganz sicher gehört jedoch der Sieger der exFeuerwerks-Weltmeisterschaft 2004 in Montreal, Chefpyrotechniker Georg Alef von WECO, dazu. Über den Rest läßt sich dann streiten, aber das Feuerwerk in München (das schon vorab) zählte nicht unbedingt dazu.

Die angekündigte "patentierte Abschusseinheit" weckte natürlich sofort mein technisches Interesse. Über eine kurze Online-Recherche beim exDeutschen Patentamt (Suche nach Erfinder) wird man sofort fündig. Es handelt sich dabei um eine spezielle, bereits in der Firma aufmunitionierte Abschussanlage mit Glühkerzen:

"Mehrläufige Feuerwerksanlagen mit einer elektronischen Zündung die über ein Steuerprogramm ansteuerbar sind, gehören zum Stand der Technik. Nachteilig bei diesen Anlagen ist der Verdrahtungsaufwand zur Verkabelung der elektronischen Einwegzünder sowie die hierbei jeweils erforderliche Neuverdrahtung beim Mehrfachbetrieb derartiger Feuerwerksanlagen. Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine mehrwegfähige Feuerwerksanlage mit einer mehrwegfähigen Zündmöglichkeit zu schaffen. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß einem jeden Lauf (2) einer Abschußeinheit (1) eine gezielt bestrombare Glühkerze (11) zugeordnet wird, deren Glühdraht (12) sowohl gegenüber dem Schmauch des Treibsatzes (3) als auch den Zündtemperaturen resistent ist."

Hierzu würde mich noch brennend interessieren, wie die gesetzlichen Transport-Bestimmungen bei der fertig geladenen Abschusseinheit umgesetzt werden. Aber das bleibt wohl Firmengeheimnis. Nun genug der technischen Ausführungen, zurück zum Jahrhundert-Feuerwerk-Event.

Lichterbild
Abb. 3: Eines der beiden schwimmenden Lichterbilder

Bereits am Freitag wurde mit dem Aufbau begonnen. Das Technische Hilfswerk (THW) Mühldorf stellte einige große Boote, wovon vier mit Trägern zu zwei großen, schwimmenden Plattformen verbunden wurden. Darauf wurde je ein etwa 10 Meter hoher Würfel aus Gittermasten mit je zwei 6 Meter hohen Lichterbildern befestigt. Am Seeufer des unteren Sees wurden im gesperrten Bereich Vulkane etc. montiert. Ein weiteres Boot diente am oberen See als Abschussplattform. Daneben wurden etwa 25 schwimmende Pontons in 15 bis 30 Meter Abstand vom Ufer verankert. Diese waren mit verschiedenen Effekten auf Europaletten bestückt, wie kleinere Feuerwerksbatterien und Einzelabschüsse in Aluminiumrohren. An 15 Meter hohen, orangenen Kränen wurde rings um den See eine Beschallungsanlage mit gewaltigen Lautsprechern installiert. Tagsüber wirkten diese zwar in der Parkanlage wie Fremdkörper, aber Nachts waren sie praktisch nicht zu sehen und erfüllten ihren Zweck hervorragend.

Am Samstag wurde schließlich noch das restliche Feuerwerk auf dem Olympiaberg und hinter der Olympia-Alm aufgebaut. Der Olympiapark wurde das erste mal in seiner Geschichte komplett eingezäunt, nur wer Eintritt bezahlte, hatte Zugang zum Sommernachtspark. So wurde ab 13:00 Uhr das Olympiagelände für den Publikumsverkehr vollständig abgesperrt. Einlass für die zahlenden Zuschauer (Eintritt ab 15 Euro) war gegen 16:00 Uhr.

Bestückt mit komplettem Picknick-Korb, Campingsessel und Wetterschutzkleidung ging es nun darum, einen günstigen Platz zu ergattern. Dank des Schauer-Wetters hatte man jedoch bis Einbruch der Dämmerung freie Wahl. Es stellte sich allerdings die Frage, wohin. Es gab praktisch keinen Platz, an welchem man alle Effekte vollständig einsehen konnte. Entweder man sah nur einen Teil vom See oder aber den See vollständig von oben, dafür hatte man aber die größeren Kaliber im Rücken. Schließlich entschied man sich für einen Sitzplatz direkt am See.

Zuschauer Feuerwerk
Abb. 4: Wartendes Publikum beim Theatron gegen 18:00 Uhr Abb. 5: Römische Lichter

Auf verschiedenen Bühnen rund um den Olympiasee wurde ein Rahmenprogramm aufgeführt. Ab 19 Uhr fand im Theatron ein Konzert mit Klassik- und Rockmusik statt, an den verschiedenen fünf Bühnen rund um den See war eine Percussion-Olympiade mit Schlagzeugern und Percussionisten aus Südamerika, Afrika, Europa, Asien bis Australien und Japan gleichzeitig zu bewundern (und zu hören).

Nach Werken von Mendelssohn und Prokofieff komponierte und inszenierte Eberhard Schoener das Finale des Sommernachtstraums mit Projektionen und Illuminationen. Diese ließen das Gelände in ungewohntem Licht erscheinen, mysteriös gestreift, als wäre man in einer anderen Welt. Dieser Anblick war wirklich faszinierend.

Das Feuerwerk war dann wirklich beeindruckend. Von überall schossen die Bomben in die Höhe und man war mitten drin, wobei wir allerdings von unserem Platz nicht wirklich alles sehen konnten. Aber das war auch schon beeindruckend.


Feuerwerk am Olympiaturm

externe Links:

Andere, sehr empfehlenswerte Groß-Feuerwerke in München:

Abb. 6: Sehr schöne Aufnahme von exDaniela Dürbeck

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